Anthroposophischer Anbau
Verfasst am: 22.August 2011 von: Edmund

Anthrophosophische Architektur, Foto: elliot bignell_flickr
Die Ökobranche boomt. Spätestens seit Fukushima im März 2011 und der daraus resultierenden Energiewende sind Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz wieder in aller Munde. Neben umweltschonenden Energieerzeugern ist auch Bioware immer wieder ein großes Thema und ist genauso aktuell.
Dabei ist das ökologische Anbauen von Lebensmitteln keine neue Erfindung, ganz im Gegenteil. Bereits in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte der Österreicher Rudolf Steiner die „Geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“. Steiner war als Begründer der Anthroposophie bekannt. Eine christlich angehauchte Denkrichtung, die auf spiritueller Grundlage Ideen und Verbesserungsvorschläge für viele gesellschaftliche Bereiche entwickelt. Direkt nach Veröffentlichung seiner agrarwissenschaftlichen Schrift wurde der “Landwirtschaftliche Versuchsring der Anthroposophischen Gesellschaft” gegründet.
Jedoch dauerte es, bis sich der anthroposophische, ökologische Anbau richtig etablierte. Erst in den 70er Jahren wurde die deutsche Bevölkerung über die Nachteile der Technisierung der Gesellschaft in vielen Bereichen, unter anderem auch der Landwirtschaft aufgeklärt.
Nun, da Ökologie vielen ein Begriff war und deren Vorteile unabdingbar schienen ging es für die Anthroposophie steil bergauf. Heutzutage führt jeder Supermarkt, gar jeder Discounter Bioprodukte. Aufgrund der steigenden Nachfrage schossen immer mehr Biohersteller auf den Markt. Es ist gar nicht so leicht, heutzutage noch den Überblick zu behalten zwischen all den Bio- und Gütesiegeln. Denn es gilt: Nicht überall wo Bio drauf steht ist auch Bio drin. Die Bundeszentrale für Verbraucherschutz bietet auf ihrer Internetseite einen Überblick über alle Bio- und Gütesiegel und wofür diese eigentlich stehen.
Es gibt gute Gründe, sich als Verbraucher für Produkte aus ökologischem Anbau zu entscheiden: So sehen die Öko-Richtlinien zum Beispiel einen besonders schonenden Umgang mit der Natur vor. Der vorsichtigere Einsatz von Bekämpfungsmitteln gegen Unkraut und Insekten schützt die Artenvielfalt in der Natur. Und der Verzicht auf Mineraldünger – und damit der Verzicht auf Höchsterträge – schützt Boden und Trinkwasser.