Gentechnik in Deutschland

Verfasst am: 26.August 2011 von:

gentechnik, Quelle: BloodyMary / pixelio.de

Es ist fast schon eine philosophische Frage, ob es moralisch vertretbar ist, das Erbgut von Pflanzen genetisch zu verändern. Dabei werden in das Erbut gezielt einzelne Gene eingeschleust, um ertragreichere, vermeintlich besser schmeckende Pflanzen anbauen zu können. Diese Art der Gentechnik wird auch als grüne Gentechnik bezeichnet, soll allerdings keine Assoziationen zu der Partei „die Grünen“ hervorrufen, da diese strikt dagegen ist. Auch wenn die grüne Gentechnik bereits Anwendung findet, sprechen sich viele Landwirte dagegen aus. Gerade im Freistaat Bayern sei die Empörung groß über die Anwendung der grünen Gentechnik. Vielerorts hängen Schilder und Plakate mit den Aufschriften „Gentechnik, nein danke“.

Die Landwirte sehen den guten Ruf ihrer Zunft bedroht. Der Landwirtschaftsberater Christoph Fischer gründete im Januar 2006 die Initiative „Zivilcourage“, um die Verbraucher über die Gefahren der genmanipulierten Nahrung aufzuklären. Er hält Vorträge in Gasthöfen und Bierzelten, in kleinen und größeren Gemeinden. Sein Publikum besteht aus Landwirten, Politikern und interessierten Anwohnern. Sein Credo: Agrarwirtschaft sei ohne genmanipulierte Organismen möglich, die Verbraucher müssten dies nur wissen und einfordern. Er hofft auf eine Art Schneeballeffekt. Jeder soll bekehrt werden und seine Empörung über die grüne Gentechnik an Freunde und Verwandte weitertragen, die es dann wiederum weiter erzählen und so weiter. Irgendwann, so Fischer, würde der Druck auf die Verantwortlichen so groß, dass die grüne Gentechnik keine Anwendung mehr finden kann. Klingt nach einer Utopie, die so kaum in die Tat umsetzbar ist. Jedoch ist es lobenswert für seine Sache einzustehen und sich dafür selbst mit mächtigen Unternehmen wie der Großmolkerei „Müller“ anzulegen. Greenpeace bezeichnete deren Milch nämlich als Genmilch. Daraufhin ließen sich engagierte Bürger Bayerns nicht einmal mehr auf einen gesponsorten Freizeitparcours in deren Region der Firma Müller ein. Was diese Verweigerung nachhaltig für einen Effekt ist allerdings unklar.

 

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