Schmecken Bioprodukte besser?
Verfasst am: 19.Dezember 2011 von: Edmund

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Es ist ein Phänomen der modernen Zeit. Bio-Produkte sind längst eine Art Statement geworden und auch ein Statussymbol. Wer Bio im Kühlschrank hat, kann es sich scheinbar leisten. Aber Bio ist nicht nur der moderne Ablassbrief der besser Verdiener oder Weltverbesserer. Lange Zeit wollte die Bio-Lobby dem Verbraucher verkaufen, dass die Produkte nicht nur ethisch vertretbarer sind als Massenprodukte, sondern auch gesünder. Dieser These mussten dann Wissenschaftler nach langjährigen Untersuchungen leider widersprechen. Alles Illusionen, sagen die Spezialisten. Bio-Produkte und Normalo-Produkte haben mehr oder weniger den gleichen Nährstoffindex. Eine herbe Enttäuschung für die Warner und Mahner aber nicht das Ende der Welt. Im Zuge eines Kultes für übertriebene Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, behauptete man einfach, dass die Produktion von Bio wesentlich umweltverträglicher sei. Auch das war wieder nicht ganz der Fall. Die Daten, die man in diesem Kontext gesammelt hat, hielten auch dieser haltlosen Wunschvorstellung nicht stand. Was kann dann noch helfen, den episch überteuerten Preis der Bio-Produkte zu rechtfertigen? Man hat sich etwas neues einfallen lassen. Bio schmeckt einfach viel besser. Man ist also zur ursprünglichen Idee der Ernährung zurückgekehrt. Man würgt sich nicht den nächsten geschmacksneutralen trockenen Tofubrocken rein, weil man der Natur, die einen mit Wohlstand oder Pflichtbewusstsein in Bezug auf Nachhaltigkeit beschenkt hat, etwas zurückgeben will, sondern weil es einfach viel besser schmeckt. Jetzt ist man wieder Genießer! Dumm nur, dass Studien jetzt auch noch beweisen mussten, dass die Bio-Tomatensoße auf den Nudeln gar nicht schmeckt. Geschmacksverstärker und Co. scheinen doch eine gewisse Existenzberechtigung zu haben. Was lässt sich die Bio-Lobby nun als nächstes einfallen? Sorgen muss sie sich ja dennoch nicht machen. Gekauft wird das Zeug ja so oder so scheinbar.